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Sonntag 27.04.2014

Der Dauerdruck war zu groß

Rotenburg: Eintrachts Zweitliga-Basketballerinnen verloren das erste Play-off-Finalspiel mit 64:82.

Von Henning Brand

Die Stahlträger der Rotenburger Sporthalle sind im Wechsel blau und gelb gestrichen. Doch diese visuelle Unterstützung half den Zweitliga-Basketballerinnen Eintrachts im ersten Play-off-Finalspiel herzlich wenig. Sie besaßen große Probleme im Spielaufbau und unterlagen trotz einer Leistungssteigerung in Hälfte zwei deutlich mit 64:82 (34:47) den Hurricanes Rotenburg.

Der Erstliga-Absteiger führt in der Serie von maximal drei Spielen somit 1:0 und kann Samstag in Braunschweig die Bundesliga-Rückkehr klarmachen.

Obwohl die Blau-Gelben in der 29. Minute auf 57:60 verkürzten, und das erst nach der Pause starke US-Girl Alysha Womack sogar die Chance zum Ausgleich besaß, war die Entscheidung an sich schon in der ersten Hälfte gefallen.

Denn die Aufholjagd kostete die Mannschaft von Trainer Andreas Hundt, die kurz vor Ende des ersten Abschnitts bereits 14:33 ins Hintertreffen geraten war, zu viel Kraft.

Bis dato deutete sich wegen Patzern im Spielaufbau nämlich ein Debakel an. Rotenburg verteidigte über das ganze Feld, und Eintracht fand gegen diesen Dauerdruck lange keine Lösung. Pässe landeten oft im Niemandsland – allein 17 Ballverluste verzeichnete Eintracht bis zum Seitenwechsel, 24 insgesamt. Beim 58:76 war die Niederlage endgültig besiegelt.

Auch dem Kopf der Eintracht, Britta Hueske-Böcher, unterliefen einige Fehlpässe. Allerdings traf sie auch traumwandlerisch sicher ihre ersten sechs Dreierversuche und brachte ihr Team somit überhaupt zurück ins Spiel.

Dass ihr anschließend kein weiterer Dreier bei weiteren sechs Versuchen mehr glückte, ist auch ein Beleg für den Kräfteverschleiß der Aufholjagd.

„Ich habe auf die Karte alles oder nichts gesetzt und deshalb nach der Pause wenig gewechselt. Die Partie hätte Ende des dritten Abschnitts durchaus kippen können“, sagte Hundt. Und er ergänzte selbstkritisch. „Wir hatten uns auf die Ganzfeldverteidigung Rotenburgs vorbereitet. Aber es hat nicht geklappt, diese zu überwinden. Wir müssen uns dagegen etwas Neues ausdenken.“

Ansätze waren in Hälfte zwei bereits zu sehen, als sein Team besser in den Positionsangriff kam. Aus dem Spiel heraus waren die Blau-Gelben dem Favoriten meist überlegen.

Hueske-Böcher kam niedergeschlagen aus der Halle geschlichen, fing sich aber schnell und verbreitete sofort Zuversicht. „Die sind schlagbar. Zu Hause können wir das auf jeden Fall schaffen“, sprudelte es aus ihr heraus.

Auch Centerspielerin Suska Berger zeigte sich kämpferisch: „Rotenburg wird nicht in unserer Halle die Meisterschaft feiern.“

Es dürfte also Samstag in Spiel zwei in der Alten Waage erneut richtig zur Sache gehen. Zumal Stimmung, wie in den Derbys der regulären Saison gegen Wolfenbüttel, programmiert ist. In der Kreisstadt Rotenburg ist der Frauen-Basketball nämlich das absolute Highlight. Ein Reisebus nach Braunschweig war zur Halbzeit schon ausgebucht, und für den zweiten standen die Fans bereits an.

 

Eintracht:

Hueske-Böcher 20 (6/12 Dreier), Womack 16 (38% Würfe), Berger 8 (10 Rebounds), Wohlberg 7 (7 Rebounds), Weber 6, Brokmann 3, Slazyk 3, Petzold 1, Clifford.

 

Braunschweiger Zeitung

 

Stand Play-offs

 

Braunschweiger Zeitung / Fotos: Birk Meinhart (Archiv)

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