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Mittwoch 15.07.2020

... die nächsten Schritte hinein in die Leichtatletik-Saison 2020

Karianne Nölkes Vereinsrekord im 10 km-Straßenlauf und mehr

Henrik Wagner schon vorn im 3.000 m-Lauf (Foto Pingpank)

Kreissportfest in Braunschweig, 11.07.20

Wer wagt, gewinnt! Die Mitglieder des Kreises Braunschweig hatten sich trotz Bedenken für einen Einstieg in die Bahnsaison 2020 entschieden. Simon Bahnmüller und MTV-Trainer Markus Wunder steuerten ein aufwendiges Hygienekonzept für das weitläufige Rüninger Sportzentrum bei, sodass am Ende des Tages über einhundert AthletInnen aus nah und fern entspannt die Heimreise antreten konnten. Sie waren sicherlich auch im Wesentlichen mit ihren Leistungen zufrieden und werden gespannt auf weitere Wettkampfangebote warten.

Nun ein Eintracht-Blick auf den sportlichen Teil der Veranstaltung.

Wer hat nicht schon im Fernsehen oder sogar live gesehen, wie hochtrainierte Pferde unter Mühe in die Startmaschinen "bugsiert" werden, um dann endlich nach Freigabe der Türen wie entfesselt aus den engen Boxen zu "entfliehen". Dass in der Leichtathletik sich etwas Ähnliches ereignen kann, ergab sich beim ersten 100 m-Start des Jahres in Rüningen, als das Startkommando "Auf die Plätze-fertig- und Schuss" partout nicht in Einklang zu bringen war mit den automatisierten Aktionen der drei genervten Sprinter. Am Ende wurde der Lauf nach Protest wiederholt. Es siegte Simon Bahnmüller in für die Umstände befriedigenden 11,39 s vor dem Hannoveraner Benjamin Küch in 11,49 s. Nach diesem Intermezzo der besonderen Art nahm die Veranstaltung ihren geplanten Gang mit durchaus bemerkenswerten Sprintzeiten. Den beiden Männern am nächsten war der mU20-Sieger Samuel Malte Thömmes von der LG UnterlüßFaßbergOldendorf mit 11,88 s. Doch bezüglich der Platzierung in den NLV-Bestenlisten lief ihm die weibliche Konkurrenz eindeutig den Rang ab.

Nele Jaworski (U18, VfL Wolfsburg) knüpfte mit 12,61 s sofort an ihre letzjährige Form an, als sie W15-Vierte bei den NLV-Meisterschaften in Braunschweig wurde. Ihr folgten mit PB in 12,94 s Natalie Pisoke (LG, MTV) und Emily Kühn, die mit 13,17 s nur ganz knapp ihre PB verpasste. Leider fehlte als weitere ebenbürtige Gegnerin Lina Stolle, die W15-NLV-Silber im letzten Jahr gewann.

Antonia Sophie Olbrich (W15, LG Peiner Land), die W14-Landesmeisterin von 2019, sprintete zu 12,72 s vor Antonia Ullrich, die mit 13,12 s die Saison eröffnete. Ihre PB von 12,89 s ist schon in Reichweite. Auch Anielle Krug fehlten als Siegerin des 1. Zeitlaufs als Gesamtfünfte in diesem schnellen W15-Feld mit 13,89 s nur 27 Hundertstel an ihrer PB. Johanna Thedens (W15) verbesserte ihre PB auf 15,39 s.

In der AK W14 verblüffte Madlin Tolle (W12) die ein Jahr älteren Konkurrentinnen mit glänzenden 13,39 s über 100 Meter. Da konnte auch Lillian Krug trotz PB mit 14,00 s als Gesamtfünfte in dem 12-köpfigen Feld nicht ganz mithalten.

Nach diesem "Sprint-Feuerwerk" ging es unter Beachtung der sorgfältig ausgearbeiteten Hygienevorschriften zu den Weitsprunggruben.

Hier zeichnete sich aus Eintracht-Sicht Emily Kühn mit einem weiten Satz auf 5,16 m aus. Anielle Krug sprang mit einer starken Serie und 4,97 m als Spitzenergebnis zum W15-Sieg. Mit dieser PB im Rücken müsste eigentlich bald die 5 m-Marke "geknackt" werden.

Madlin Tolles Zwillingsbruder Noah (M13) wollte seiner Schwester mit Top-Leistungen nicht nachstehen. Er verbesserte seine PB im Weitsprung um 31 Zentimeter auf 4,53 m, musste aber trotzdem den Sieg dem Wolfsburger Julian Karsten (M13) mit 4,84 m überlassen. Dazwischen schob sich noch Louis Zander (M14) vom TV Mascherode mit 4,56 m.

Als dritte Wettkampfstation stand der Kugelstoß auf dem Programm.

Noah Tolle (M13) musste als in die AK M14 "hochgemeldeter" Athlet das 4 kg-Gerät in den Sektor wuchten, obwohl er im Training altersgerecht eigentlich mit der 3 kg-Kugel befasst ist. Er meisterte das schwerere Gewicht in bestechender Manier und stieß die Kugel auf 9,39 m. Seine 3 kg-PB aus dem Vorjahr steht bei 7,74 m. Der Fortschritt ist eklatant. Auch hier überragte Julian Karsten mit 10,22 m.

Den Abschluss der Veranstaltung bildeten 400 m- und 800 m-Läufe.

Simon Bahnmüller prüfte als 200 m-Spezialist seine Tempohärte, indem er die volle Stadionrunde im Renntempo absolvierte. Mit 53,72 s zeigte er sich vollauf zufrieden im Hinblick auf die hoffentlich noch anstehenden 200 m-Läufe. Mehr als zufrieden kann Natalie Pisoke auf den Tag zurückblicken. Denn ihr gelang eine Stadionrunde in herausragenden 58,29 s. Sie unterbot damit deutlich die "wU18-Quali" für die Deutschen Meisterschaften in Heilbronn.

Weitere Eintracht-Ergebnisse:

Flachowsky, GerhardM75100 m  Weitsprung  Kugelstoß18,16 s  3,26 m  8,22 m
Ullrich, AntoniaW15Weitsprung4,14 m
Thedens, JohannaW15WeitsprungKugelstoß3,74 m6.84 m
Krug, LillianW14WeitsprungKugelstoß4,36 m7,21 m (PB)
Tolle, MadlinW13WeitsprungKugelstoß 3 kg4,00 m7,07 m (PB)

"Back on Track" in Dortmund, 11.07.20

Die Dortmunder Veranstaltung sprengte die bisher in Corona-Zeiten geltenden Grenzen, indem mehr als 750 TeilnehmerInnen aus Europa von morgens bis Mitternacht unter Beachtung der Hygienerichtlinien ein aufwendiges Wettkampfprogramm in Angriff nahmen. Trainer Ralf Weber mit einer kleinen Delegation war mitten unter ihnen und zeigte sich begeistert von diesem Meeting:

"Ich bin ja schon einige Jahre unterwegs, das war mit das Beste!!"

Gut waren auch die Leistungen der betreuten AthletInnen. Henrik Wagner siegte überlegen im 3.000 m-B-Lauf und gleichzeitig in der Männer-Wertung. Er steigerte seine vier Jahre alte PB um mehr als 10 Sekunden auf 8:46,33 min. Schade, dass er nicht in den A-Lauf gesetzt wurde. Denn dort wäre er auf den Gesamtsieger Jonas Just von der LG Osterode getroffen, der sich in 8:45,21 min das U20-Gold sicherte. Charlene Teuber zeigte mit 2:36,03 min über die 800 m ansteigende Form und eine Verbesserung zu Leipzig um gut 6 s. Für Lina Minnich (LG, MTV) wurde es leider (noch) nichts mit der "wU20-Quali = 2:17,20 min" für die DM Anfang September in Heilbronn. Nach schnellem Beginn beendete sie etwas "müde" das 800 m-Rennen in 2:20,43 min. War die späte Startzeit um 22.30 Uhr verantwortlich für diesen Rennverlauf?

Stadtgrabenlauf in Wolfenbüttel, 12.07.20

Das Format beim Stadtgrabenlauf war corona-bedingt dem Einzelzeitfahren im Radsport angepasst: Es gab alle 15 Sekunden einen Einzelstart nach vorab gemeldeter Zielzeit. Unterwegs galt das Abstandsgebot, Windschattenlaufen war verboten. Als Folge unterblieb der unmittelbare Kampf um Platzierungen auf der Strecke.

Karianne Nölken müsste sich eigentlich wegen ihres Studiums in Edinburgh aufhalten. Doch dort wird zurzeit online gelehrt, sodass sie bis Jahresende erstmal nach Braunschweig zurückkehrte. Die unklare Situation um das Corona-Geschehen beeinträchtigte auch die Trainingsintensität. Doch zu ihrer eigenen Überraschung lief sie in Wolfenbüttel mit 37:03 min eine neue 10 km-PB und verbesserte ihren eigenen Vereinsrekord um 27 Sekunden. Ihre sportlichen Ziele sind eindeutig auf die Langstrecken ausgerichtet, und sie hofft auf weitere Straßenläufe.

Für Tim-Niklas Schwippel war der Stadtgrabenlauf ein erster Testwettkampf nach einer relativ langen Saisonpause im Juni. Erst vor gut zwei Wochen hat er das Training wieder aufgenommen, sodass seine nicht "berauschende" 10 km-Zeit von 33:07 min ihn trotzdem zufrieden stellte. Den Sieg musste er allerdings Dominik Schrader vom LC BlueLiner mit einer Sekunde Vorsprung überlassen. Auch David Brecht (LG, MTV) als Dritter hatte mit 33:29 min "noch Luft nach oben".

Auf Platz 17 in 40:56 min beendete Marc Dominik Bennett (M30) das Rennen. Mit seiner Endzeit verfehlte er nur um 27 Sekunden seine PB.


Die drei Erstplatzierten beim Stadtgrabenlauf: D. Schrader, T. Schwippel, D. Brecht (v.l.)




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