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Mittwoch 16.04.2014

Eintrachts Basketballerinnen kampflos im Playoff-Finale

Der TK Hannover tritt beim Stand von 1:1 nicht mehr zur entscheidenden Halbfinal-Begegnung gegen Eintrachts Zweitliga-Basketballerinnen an.

Aus: Braunschweiger Zeitung, 16.04.2014

Die Freude über den Einzug ins Playoff-Finale ist bei Eintrachts Zweitliga-Basketballerinnen gedämpft. „Wir hätten lieber auf dem Feld gewonnen“, sagt Coach Andreas Hundt, dessen Truppe nun im Endspiel gegen Rotenburg um den Erstliga-Aufstieg kämpft. Wegen Personalsorgen sah sich Halbfinal-Konkurrent TK Hannover chancenlos und sagte das entscheidende dritte Spiel ab.

Dieses hätte beim Stand von 1:1 am Samstag in Hannover stattgefunden. Hannover ging durch ein 62:61 in der Serie mit 1:0 in Führung, verlor in dieser Partie jedoch Ex-Nationalspielerin Dorothea Richter mit einem Kreuzbandriss. Im Training verletzten sich dann die Amerikanerinnen Rayven Johnson und Megan Kritscher. Die Blau-Gelben besaßen beim 88:70-Heimerfolg somit leichtes Spiel und glichen zum 1:1 aus. Mit 38:5 hatten sie die Gäste im ersten Abschnitt überrannt.

„Immerhin können wir nun in Ruhe Ostern feiern, und wir müssen am Karfreitag nicht in der Halle stehen“, sieht Hundt auch etwas Positives. Denn für Freitag war das Abschlusstraining angesetzt. Nachvollziehen kann er die Entscheidung des TKH, kampflos die Serie abzugeben, nicht. „Sie haben zwei weitere Amerikanerinnen, sind immerhin noch zu neunt, und sie hatten den Heimvorteil. Man sollte doch immer versuchen zu gewinnen.“ Er habe im Übrigen in Alysha Womack nur eine US-Spielerin im Aufgebot.

Laut Hundt wollten die Spielerinnen Hannovers auch antreten, wohl aber ihr Coach Rodger Battersby nicht. Dieser ging nach der Pleite seines Teams übrigens ohne Händeschütteln und einer Gratulation an Hundt aus der Halle.

Und was sagt die Liga dazu, dass Hannover nicht mehr antritt? „Es ist immer wünschenswert, dass Spiele nicht am Tisch entschieden werden. Aber wir können Hannover nicht zwingen, aufzulaufen“, erklärt Achim Barbknecht, Geschäftsführer der Damen-Bundesliga (DBBL). Die Statuten sehen für diverses Fehlverhalten Strafen vor. In diesem Fall werde es laut Barbknecht eine Geldstrafe für den TKH geben.

Eintracht Spielmacherin Britta Hueske-Böcher ärgert sich auch, dass Hannover kneift, blickt aber lieber voraus. „Dass wir als Aufsteiger auf Anhieb im Finale stehen, damit war doch zu Saisonbeginn nicht zu rechnen“, sagt sie.

Im Laufe der Saison habe sich die Mannschaft jedoch sehr gut zusammengefunden und gesteigert. „Da wurde mir klar, dass wir das echt schaffen können. Und ich sehe uns auch gegen Rotenburg nicht chancenlos“, ergänzt die Dreierspezialistin. Beide Liga-Spiele gingen zwar verloren. Eintracht verkaufte sich jedoch teuer.

Los geht es am 26. April in Rotenburg. Als Spitzenreiter der Hauptrunde hat das Team Heimrecht. Hueske-Böcher war für den Gegner zu dessen Erstliga-Zeiten aktiv. Nun kann sie die Blau-Gelben dorthin führen. „Wir haben nichts zu verlieren“, sagt Coach Hundt. „Alles ist möglich.“

Fotos: Birk Meinhart

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