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Dienstag 29.09.2020

Fanabteilung entgegnet Brief des Ex-Präsidenten

Vorstand lädt Harald Tenzer zum Kennenlernen ins Fanhaus ein

Liebe Mitglieder der Fanabteilung,

auch wir waren über die diffamierenden und polemischen Worte von Ex-Präsident Harald Tenzer überrascht und haben ein entsprechendes Antwortschreiben verfasst. Dieses haben wir heute Nachmittag per Mail versandt und möchten euch den Inhalt nicht vorenthalten:

 

Sehr geehrter Herr Tenzer, 

vielen Dank für ihren emotionalen Brief "Eintrachts Zukunft". Emotionen sind ein wichtiger Bestandteil des Sports und unseres Vereinslebens.

Uns ist in ihrem Brief sehr deutlich geworden, dass Ihnen unsere Standpunkte, Ideen, Konzepte und Beweggründe nicht mal ansatzweise geläufig sind – vielmehr skizzieren Sie auf beschämende Weise ein mit Polemik überzogenes Bild der Fans. Ihren Wahrnehmungen, Vorwürfen und Unterstellungen möchten wir gern ein paar erklärende Worte entgegenstellen, verbunden mit einer herzlichen Einladung zum persönlichen Kennenlernen und zum Austausch mit der Fanabteilung, das helfen wird, Vorurteile abzubauen.

Vorweg erstmal etwas Grundsätzliches: Wir möchten ausdrücklich betonen, dass für uns die Sponsoren und Partner sowohl als Fans, als auch als finanzielle Unterstützer, unverzichtbar sind. 

Wir können gut verstehen, dass Sie in Sorge um die Zukunft unserer Eintracht sind - es ergeht uns ganz ähnlich. Was unser Verein derzeit dringlich braucht, ist Ruhe und Kontinuität – und vor allem keine Einmischung von außen. Die Präsidentenfindung ist Thema des Präsidiums und des Wahlausschusses und nicht der Sponsoren oder der Medienlandschaft. Ihre Idee, dem Verein zu einer neuen Satzung und neuen Abstimmungsverfahren zu verhelfen, lässt tief blicken. Wenn die Demokratie nicht nach Ihren Maßstäben funktioniert, wird ein neues System gekauft, dass hoffentlich andere Mehrheiten generiert. Dass Sie diesen tiefen Eingriff in die Vereinsdemokratie mit Sponsoren auch noch bezahlen wollen, beschädigt das Ansehen des Vereins nachhaltig.

Erstmal zum Kernthema Helmut Streiff: Wir haben uns ausführlich mit ihm zu vielen Themen unterhalten und einen sympathischen Unternehmer kennengelernt. Inhaltlich hatten wir in den 3 Stunden eine Vielzahl von Differenzen. Überliefert sind mittlerweile seine Idee mit Hannover 96 und dem VfL Wolfsburg Synergien zu erzielen und sich für die Legalisierung von Pyrotechnik beim DFB einzusetzen.

Im Nachgang des Gesprächs erhielt Helmut Streiff ein umfangreiches Feedback, in dem wir ihm außerdem mitteilten, dass wir ihn nicht unterstützen werden. Er hat sich daraufhin eine Woche Zeit erbeten, um dann seinen Rückzug auch öffentlich zu erklären. Wir haben ihm im Gegenzug zugesagt, dass wir in diesem Zeitraum nichts über das Ergebnis des Gespräches verlautbaren lassen. An diese Vereinbarung haben wir uns gehalten – Helmut Streiff leider nicht, eine öffentliche Rückzugserklärung fehlt bis heute und der besagte Freitag ist mittlerweile 18 Tage her. Ebenso fehlt seine Erklärung, für das Amt des Präsidenten zu kandidieren.

Auch an dieser Stelle möchten wir betonen, dass sowohl das Kennenlerngespräch, als auch das nachfolgende Feedbackgespräch von Seiten der Fanabteilung sachlich ablief. Uns ist auch weiterhin nicht daran gelegen, einen honorigen Braunschweiger Geschäftsmann zu beschädigen. Ein von Ihnen behauptetes Durchstecken an die Presse hat es nicht gegeben.

Zu Ihrem Unbehagen bezüglich der aufgehängten Transparente:

Wir können uns lebhaft vorstellen, dass die gesamte Fanlandschaft aus Fanclubs, Faninstitutionen und einzelnen Fans seit einigen Tagen in heller Aufregung ist, weil Helmut Streiff Synergien mit den unbeliebten Nachbarstädten anstrebt. Es ist daher nachvollziehbar, dass sich Einzelne aufmachen und ihre Meinung auf Transparenten kundtun (kritisch, aber ohne beleidigend zu werden!). In einer demokratischen Zivilgesellschaft, ist das erlaubt - es unterscheidet unsere Demokratie von Staaten wie Weißrussland oder anderen. Das man nicht nur (berechtigte) Kritik mal aushalten muss, sondern möglicherweise mit Kritikern auch mal in den Dialog treten könnte, scheint in Ihrem Wertesystem (noch) nicht vorhanden zu sein.

Dass sich die Fanabteilung weder um Pyrotechnik, noch um die Legalisierung kümmert, haben wir ebenfalls Helmut Streiff erläutert. Ihr Vorwurf, dass die Fanabteilung an Pyrotechnikstrafen beteiligt ist, ist daher absurd.

Da Sie sich bisher noch gar nicht mit der Fanabteilung beschäftigt zu haben scheinen, erhalten Sie anliegend eine komprimierte Zusammenfassung unserer Kernziele:

-          die Förderung der Fan- und Vereinskultur

-          die Vertretung und Bündelung von fanpolitischen Themen

-          das Entfalten von sozialen Aktivitäten

-          die Stärkung der Identifikation mit dem Verein

-          die Schaffung von gemeinschaftsbildenden Maßnahmen

-          die Unterstützung des Jugend- und Breitensports innerhalb des BTSV Eintracht von 1895 e.V. 

Viele dieser Themen haben wir trotz Corona in diesem Jahr bereits mit Leben gefüllt. Durch den Zusammenschluss von FanRat, der Ultrà-Szene BTSV Eintracht 1895, der Fanbetreuung und unserer Fanabteilung haben wir über 600 Einkäufe und Medikamenten-Bringdienst-Leistungen erbracht, 8000 Masken an die Stadt Braunschweig, das Städtisches Klinikum Braunschweig, die Tafel Braunschweig e.V. und andere übergeben und versorgen seit Monaten Prostituierte und Obdachlosen mit warmen Mahlzeiten, Lebensmitteln und Hygieneartikeln.  In der Not haben sich die ideellen Grundwerte der Eintracht-Fangemeinschaft wie Solidarität und Zusammenhalt eindrucksvoll bewährt – rund 300 Helfer haben sich eingebracht, die für Sie majoristisch, radikal und uneinsichtig sind?

Fakt ist: Es gibt schlichtweg keine Majorisierung - vielmehr eine Tendenz vieler Fans sich an demokratischen Prozessen zu beteiligen und sich ehrenamtlich im Verein zu engagieren. Ist es nicht das, was im Jahr 2020 in vielen Vereinen verloren geht und unseren BTSV derzeit besonders auszeichnet?

Des Weiteren interessiert uns, was eine „radikal uneinsichtige Fangruppe“ sein soll? Möglicherweise wäre es vor dem Absenden des Briefes sinnvoll gewesen, sich mal mit uns, dem Präsidium oder den anderen Abteilungen zusammenzusetzen, um einen Eindruck von der Fanabteilung und unserer Arbeitsweise zu bekommen. Unserem Eindruck nach, werden wir innerhalb der Abteilungen weder als radikal, noch als uneinsichtig wahrgenommen. Vielmehr sind wir interessiert, offen, sozial und engagiert. Unsere Unterstützung beim Arbeitseinsatz der Hockeyabteilung beim Unkraut zupfen und das umfassende vorgenannte Engagement in der Hochzeit der Pandemie sind hierbei die aktuellsten Beispiele.

Die Aussage „Lassen Sie sich ruhig aufstellen – wir haben immer eine Stimme mehr“ ist von uns weder so, noch in abgewandelt Form gefallen. Im Gegenteil:  Der gemeinsame Austausch und das Feedbackgespräch mit Helmut Streiff fanden in einer sachlichen, respektvollen Atmosphäre statt, Helmut Streiff hat sich für diesen sachlichen Umgang im Übrigen mehrfach bei uns bedankt.

Abschließend möchten wir Sie dringlich Bitten, zukünftig sachlicher und informierter und weniger polemisch an solch komplexe Sachverhalte heranzugehen. Außerdem ist es für unseren Verein enorm wichtig, in Ruhe diese personellen Frage- und Weichenstellungen zu beantworten.

Lieber Herr Tenzer, unsere Einladung, unsere ausgetreckte Hand des Dialoges steht: Kommen Sie gern auf uns zu, um uns und die Fanabteilung kennenzulernen.

Bleiben Sie gesund!

Blau-gelbe Grüße

Der Vorstand der Fanabteilung

 

 

 

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