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Freitag 18.09.2020

TNB-Vereinspokal: Eintracht gewinnt das Landes-Finale

3:0-Sieg gegen die weit angereisten Gäste

Strenge Hygieneauflagen, lange Zeit Unklarheit darüber ob Doppel gespielt werden darf wegen Corona-Abstandsregeln – vor dem Start der Punktspielsaison gab es noch viele Fragezeichen: verspätet startete der Spielbetrieb und auch die Punktspiele auf den Tennisplätzen Niedersachsens. Um auch in den sonst spielfreien Sommerferien in Wettbewerbserfahrungen zu sammeln und die wenigen Sommermonate gut auszunutzen, hat der Tennisverband TNB kurzfristig eine neue Spielform ins Leben gerufen: den TNB-Vereinspokal.

Hier werden unter der Woche, team- und altersübergreifend, parallel 2 Einzel und 1 Doppel gespielt. Der Spieltag findet also an einem Abend ab 18:30 Uhr in nur etwa 2 Stunden statt. Ein K.O.-System sorgt für Spannung bis zum Finale – in Teams nach Leistungsklassen (LK) sortiert. Die Teilnehmer können dabei auch Punkte für ihre persönliche LK-Berechnung sammeln, die Vereine sammeln Punkte für eine Preisverlosung, und wir erhalten 5 „Advantage Earth“ Ballsammelboxen, damit die alten Tennisbälle dem Recycling zugeführt werden können.

„Bei diesem neuen Wettbewerb sollte Eintracht Tennis dabei sein“, sagte sich Tobias Braunsberger, bis vor kurzem noch Sportwart der Tennisabteilung, und trommelte abends auf der Clubheim-Terrasse eine gemischtes Team aus jungen Herrenspielern und seinen Herren-30-Mannschaftskollegen für ein LK20/23-Herren-Pokalteam zusammen.

Die große Frage vor Anmeldung war: Wie weit müssen wir fahren? Immerhin ist es ja ein Niedersachsenpokal und die Spiele finden nach Feierabend statt. Zum Glück meldeten sich aber über 400 Vereine an, und es wurde die 1. Runde nach Postleitzahl gelost, so dass das erste Auswärtsspiel am 28. Juli in Isenbüttel in einer halben Stunde erreicht werden konnte.

Eintracht setzte unser Neumitglied Fabian Lingemann (LK20) aus den 2. Herren an Position eins: Mit druckvollen Schlägen deklassierte er den Gegner in weniger als einer Stunde, während Tobias an Position zwei das Spiel 6:1/6:1 dominierte, aber viel laufen musste: jeder Ball wurde umkämpft, und mit einigen Griffen in die Trickkiste konnte er zu einem 6:2/6:3-Sieg nach einem spannenden Match kommen. Das parallel gespielte LK23-Doppel kam dagegen zur Feierabendzeit nicht in die Gänge, und ging klar 2:6/0:6 verloren. Mit einem gemütlichen Beisammensein endete mit dem Sonnenuntergang die 1. Runde des Pokals.

Bereits die Woche darauf, in der Haupturlaubszeit am 4. August fand die 2. Runde statt. Der MTV Schöningen kam an die Hamburger Straße. Robin Affeldt aus den 3. Herren unterstützte bei den Einzeln und gewann ebenso wie Fabian Lingemann sehr deutlich. Auch das Doppel mit Patrick Scholle aus den 4. Herren sowie Philipp Bekemeyer wurde – nach Rückstand im 2. Satz – noch im Tie-Break knapp 7:5 gewonnen. Somit ist Eintracht mit 2:1 weiter.

Im Achtelfinale am 18. August fuhr Eintracht zum Auswärtsspiel nach Groß Oesingen auf die Eintracht. Nach fast einer Stunde fahrt starteten die Spiele gegen 19 Uhr gegen überraschend starke Gegner. Während sich Fabian Lingemann am Ende deutlich im 2. Satz durchsetzen konnte, und das Doppel klar verlorenging, musste Robin Affeldt an Position zwei in die Verlängerung: Er gewann fast schon in Dunkelheit knapp den Match-Tie-Break mit 10:5. Also wieder ein 2:1 Sieg für die Eintracht.

Im Viertelfinale fuhr die gemischte Eintracht Herren/Herren40-Mannschaft nach Dollbergen (Uetze). Auf  etwas härterem Belag gelangen Punktgaranten Fabian Lingemann und Robin Affeldt schnelle und deutliche Siege mit 6:0/6:2 bzw. 6:1/6:2, während Tobias Braunsberger und Lars Freund gerade erst im Tie-Break des ersten Satzes standen, den sie knapp 7:9 verloren haben. Auch der zweite Satz ging im Tie-Break verloren, so dass das Spiel nach 2 Stunden pünktlich zum Sonnenuntergang 6:7/6:7 endete. Das 2:1 reichte aber zum Weiterkommen ins Halbfinale.

Am 8. September kam dann der VSV Benthe an die Hamburger Straße. Die Einzel gewannen souverän Fabian Lingemann und Robin Affeldt. Das hochklassige Doppel dagegen dauerte bis in die einbrechende Dunkelheit: Tobias Braunsberger und Patrick Scholle lieferten sich packende Ballwechsel am Netz mit den jungen Gegnern, konnten jedoch ein paar entscheidend Punkte nicht verwandeln und so stand es am Ende etwas überraschend relativ klar 2:6/3:6.

Durch das 2:1 im Halbfinale stand somit der Einzug ins Finale fest, welches auf den späten Nachmittag von Freitag, dem 18. September 2020 gelegt worden ist. Eintracht bewarb das Finale an der Hamburger Straße mit einem Plakat auf plattdeutsch, denn der Gegner TC BW Emlichheim (Grafschaft Bentheim) hatte über 300km Anreise von der holländischen Grenze auf sich genommen. Die Partien starteten zeitgleich, und schon nach kurzer Zeit war jeweils der 1. Satz klar an Eintracht gegangen. Die neue Aufstellung hat sich bewährt: Während Robin Affeldt auch den 2. Satz deutlich und schnell gewann, kämpften im Doppel Tobias Braunsberger und Patrick Scholle um jeden Ball, und lieferten sich dabei packende, sehenswerte Ballwechsel. Dass auch der 2. Satz 6:1 zugunsten von Eintracht ausging, spiegelt die knappen Spiele kaum wieder. Somit stand der Finalsieg von Eintracht bereits fest, während der frisch gebackene Vereinsmeister Xun Pua im 1. Einzel gerade das 7. Spiel gewann und noch 4:3 in Führung war.

In der packenden Endphase fanden sich nun zahlreiche Zuschauer rund um Platz 1 ein: nach einem 5:6 Rückstand rettete sich Xun Pua in den Tie-Break, den er dann mit dem Sonnenuntergang mit 7:3 deutlich gewann. Somit stand ein deutlicher 3:0-Sieg fest, der aber auch der Stimmung unter den Gästen keinen Abbruch tat. In gelassener Atmosphäre lud Eintracht die Gegner noch zu einer gemeinsamen, großen Runde Currywurst Pommes bei Clubhauswirt Patrick ein. Mit den besten Wünschen verabschiedeten sich die Mannschaften und die Gäste traten den langen Heimweg im extra angemieteten Kleinbus an. Eintracht erwartet nun den Siegerpokal und einen Gutschein des TNB-Sponsors für Trainingsmaterialien. 

Aktuelle Ergebnisse auf der TNB-Homepage.

Bild oben: Pokalfinale: v.l.n.r: Robin, Patrick, Tobias, Pua und die Finalgegner aus Emlichheim

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