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Montag 05.05.2014

Tolles Spiel, bitteres Ende, dann ein Eklat

Eintrachts Zweitliga-Basketballerinnen verlieren ihr zweites Finale gegen Rotenburg 82:83. Freiwurfschwäche in den Schlusssekunden kostet den Sieg.

Von Henning Brand

Quelle: Braunschweiger Zeitung

Der Traum vom ganz großen Wurf ist für Eintrachts Zweiliga-Basketballerinnen vorbei. Sie verloren auch ihr zweites Play-off-Finalspiel gegen Rotenburg – diesmal nur hauchdünn nach toller Leistung vor toller Kulisse mit 82:83 (41:32). Dennoch feierten sich die Blau-Gelben und ihre Anhänger mit Gesängen für eine Wahnsinns-Saison – sprich den Vizetitel.

„Es ist so schade. Wir hätten es verdient gehabt, noch einmal nach Rotenburg zu fahren“, sagte Trainer Andreas Hundt. Dass es nicht zum alles entscheidenden dritten Spiel kam, lag an einer ungewohnten Freiwurfschwäche seines Teams, das vier Minuten vor dem Ende mit 79:68 vorne lag. Sieben von zehn Freiwürfen vergab Eintracht in der Schlussphase – Alysha Womack allein fünf.

Bitter waren die letzten dramatischen 8 Sekunden beim  Stand von 82:83. Erst vergab Womack zwei Freiwürfe, doch Katharina Wohlberg fing das Leder. Foul Rotenburg. Auch sie scheiterte bei noch fünf Sekunden zweimal. Wieder landete der Ball in blau-gelben Händen. Dreier Womack – auf den Ring. Offensivrebound Suska Berger und versuchter Tip-in – daneben. Schlusssirene!

Es waren aber nicht nur die Nerven, die den Blau-Gelben einen Strich durch die Rechnung machten. „Alysha und ich hatten mit Krämpfen zu kämpfen“, sagte Spielmacherin Britta Hueske-Böcher, die mit dem US-Girl das Eintracht-Spiel trägt. Beide powerten in vielen Saisonspielen die vollen 40 Spielminuten durch. Und im zweiten intensiven Finalspiel in einer Woche war das wohl zu viel gegen eine viel tiefer besetzte Rotenburger Mannschaft.

In Sachen Ballvortrag hatten die Blau-Gelben übrigens ihre Hausaufgaben gemacht. Erst in der achten Minute unterlief ihnen der erste Ballverlust. Zwölf wurden es insgesamt. Beim 64:82 in Rotenburg waren es allein in Hälfte eins 17 Fehlpässe gegen die Ganzfeldverteidigung der Gäste. Auch sonst spielte Eintracht hervorragend und mutig, lag fast immer vorne und erkämpfte sich eine zwischenzeitliche Zwölf-Punkte-Führung.

Hueske-Böcher trocknete als Erste die Tränen ihrer Mitspielerinnen und versuchte die Enttäuschung in Freude umzuwandeln. Sie stimmte wie nach einem Sieg mit den Fans das Eintracht-Lied an. „Wir können stolz auf uns sein“, fasste sie die Leistung und überhaupt die Saison zusammen. So sieht es auch Manager Thomas Stille: „Diesen Erfolg hätten wir uns als Aufsteiger zu Saisonbeginn doch nie träumen lassen.“

Unrühmlich war nur der Auftritt von Klaus-Rüdiger Biemer, dem Vorsitzenden der 2. Bundesliga. Statt vor 700 Zuschauern in der Alten Waage neutral die Siegerehrung auszuführen, verhöhnte er in seiner Rede die Gastgeberinnen mehrfach mit Sätzen wie: „Das ist kein guter Tag für Braunschweig.“ Zurecht erhielt er Pfiffe.

 

KOMMENTAR

Von Ute Bernd

Quelle: Braunschweiger Zeitung

Unwürdig

Was mag den Mann zu diesem selbstherrlichen Auftritt bewogen haben? Fassungslos und zu Recht stinksauer verließen die Braunschweiger Anhänger nach dem Auftritt des Liga-Chefs Klaus-Rüdiger Biemer die Halle. Der Präsident des Westdeutschen Basketballverbandes war wohl froh gewesen, dass Eintrachts Spielerinnen ihre Siegchancen in der Schlussminute versemmelt hatten. So musste er mit all den Medaillen nicht noch einmal zum dritten Spiel nach Rotenburg reisen.

Jedenfalls trat Biemer voller Adrenalin ans Mikrofon, als hätte er selbst mitgewonnen. Geradezu hämisch verspottete er die Braunschweigerinnen, es reiche eben nicht, wenn man zwischendurch mal mit zwölf Punkten führe, und weiteren peinlichen Affronts.

Wer als Funktionär nicht in der Lage ist, eine beiden Seiten gegenüber respektvolle Siegerehrung vorzunehmen, schadet dem Sport und sollte sein Amt besser niederlegen.

 

Eintracht:

A. Womack 32 (3/4 Dreier, 5 Ballgewinne), B. Hueske-Böcher 14 (7 Anspiele), S. Berger 14 (8 Rebounds), J. Weber 12 (8 Rebounds), V. Slazyk 6, K. Wohlberg 4, I. Brokmann, C. Clifford, A. Burkhardt, A. Petzold sowie M. Kock, L. Ashour, C. Reinke und A. Hundt

 

Hallenheft Finale EB- Hurricanes

 

Braunschweiger Zeitung

 

Rotenburger Kreiszeitung

 

 

Abschluß Saison 2013/2014:

Es hat leider nicht ganz gereicht. Nach hartem Kampf verlieren wir denkbar knapp mit 83:82. Aber ganz ehrlich? Wer hätte das bitte vor der Saison gedacht??

Vielen vielen Dank für die GEILE Stimmung heute und die gesamte Saison über!! Danke an Familie, Freunde, Helfer, Fans und alle, die mal wieder nicht genannt werden! Wir hoffen, dass euch die Saison genauso Spaß gemacht hat und wir uns nächste Saison wiedersehen!

Außerdem einen riesen Glückwunsch an die Hurricanes! Viel Erfolg in der 1.Liga!

Eintracht Braunschweig Basketball verabschiedet sich in die Sommerpause! Wir freuen uns auf die nächste Saison und zählen auf euch!

Fotos: Clemens Beier

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