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Donnerstag 24.04.2014

"Werden harten Kampf bieten"

Die Zweitliga-Basketballerinnen Eintrachts starten in Rotenburg in die Play-off-Finalserie

Von Henning Brand

Für die Zweitliga-Basketballerinnen Eintrachts geht es um die Meisterschaft, aber nicht um den Aufstieg in die Bundesliga, wenn sie am Samstag in Rotenburg in die Play-off-Finalserie von maximal drei Begegnungen starten. Der Grund: Als Aufsteiger aus der Regionalliga habe man laut Manager Thomas Stille noch nicht die Strukturen für die höchste Spielklasse. Es wurde daher kein Lizenzantrag gestellt.

Dass es also vielmehr um den sportlichen Stellenwert einer Meisterschaft geht und nicht um ein Ticket für die Bundesliga, trübt die Freude über das sensationelle Vordringen ins Endspiel und die Vorfreude auf die Finalserie bei den Blau-Gelben keineswegs. „Es ist doch Wahnsinn, was wir bislang erreicht haben. Hätte mir das zu Saisonbeginn jemand angekündigt, hätte ich ihm gesagt, dass er aus seinem tiefen Traum aufwachen soll“, sagt Coach Andreas Hundt.

Seine Truppe ließ in der Hinrunde mit vielen Siegen aufhorchen, hatte früh nichts mit dem Abstieg zu tun, steigerte sich sogar in der Rückrunde und zog mit einem Schlussspurt von sechs Siegen in Serie in die Play-offs ein – sprich als Tabellendritter unter die besten Vier.

Zudem konnten beide Derbys begeisternd gegen den Erstliga-Absteiger Wolfenbüttel vor tollen Kulissen von jeweils etwa 500 Zuschauern gewonnen werden. Und im Pokalwettbewerb wurde Erstligist Marburg alles abverlangt.

„Wir werden auch Rotenburg einen harten Kampf bieten“, zeigt sich der Trainer selbstbewusst. Der Spitzenreiter der Hauptrunde sei mit Heimrecht jedoch der Favorit. Zuversichtlich in Sachen Spannung stimmt ihn, dass sich seine Blau-Gelben in den beiden Partien der regulären Runde teuer verkauften.

Was sind die Gründe im Detail, dass der Erstligaantrag im März nicht gestellt wurde? „Wenn, dann wollen wir mit unseren eigenen Spielerinnen in der Bundesliga bestehen können. In der U 15 haben wir viele starke Mädchen, die bald nachrücken“, sagt Stille. Sie sollen es schaffen, zu einer festen Stütze im Team zu werden – wie die 17-jährige Caroline Clifford. Sie spielt regelmäßig und brilliert mit ihrer Schnelligkeit.

Bundesliga mit teuer zugekauften Kräften oder gar mehreren Importspielerinnen werde es bei der Eintracht laut Stille nicht geben. Darauf wäre es aber bei einem Aufstieg in der kommenden Serie wohl hinausgelaufen. „Wir wollen langfristig etwas aufbauen, womit sich alle identifizieren können“, ergänzt Stille. Das Ziel müsse sein, sich erst einmal dauerhaft in der 2. Bundesliga mit dem eigenen Nachwuchs zu etablieren.

Und auch finanziell ist die Bundesliga eine andere Hausnummer. „Sie dürfte nicht mehr mit einem fünfstelligen Etat zu schultern sein“, glaubt Stille.

Sollte Eintracht Meister werden, dürfen mehrere Teams auf das Bundesliga-Ticket hoffen. Achim Barbknecht, Geschäftsführer der Damen-Bundesliga, erläutert: „Beide Erstliga-Absteiger und einige Zweitligisten wie Rotenburg haben einen Antrag gestellt. Diese wären alle zu befragen.“ Er kann die Entscheidung der Blau-Gelben nachvollziehen. „Einen Durchmarsch von der Regionalliga in die Bundesliga sollte man nicht überstürzen. Der sportliche Stellenwert einer Meisterschaft ist auch etwas ganz Tolles.“

Braunschweiger Zeitung / Foto: Birk Meinhart (Archiv)

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